Ist es möglich, eine Sexpuppe zu heiraten?

Liebe ohne Grenzen: Menschen, die ihre Sexpuppe geheiratet haben
In einer Welt, in der traditionelle Beziehungen nicht für jeden passen, wählen immer mehr Menschen unkonventionelle Wege, um Liebe, Nähe und Gesellschaft zu erleben. Die Heirat mit einer realistischen Sexpuppe – auch wenn sie rechtlich nirgends anerkannt ist – ist für einige Betroffene eine echte, tief empfundene Partnerschaft. Dieser Beitrag erzählt die bewegendsten und bekanntesten Geschichten aus verschiedenen Ländern und beleuchtet, was hinter dieser Entscheidung steht.
Japan: Senji Nakajima und Saori – die „perfekte“ Beziehung
Senji Nakajima aus Japan lebt mit seiner chinesischen Sexpuppe Saori in einer Beziehung, die er selbst als „perfekt“ beschreibt. Er nimmt sie mit zum Einkaufen, kauft ihr schicke Outfits und behandelt sie wie eine echte Partnerin – obwohl er verheiratet ist und zwei Kinder hat.
In Japan sind nicht aufblasbare, realistische Silikonpuppen (oft „Dutch Wives“ genannt) seit Jahren ein wachsender Trend. Preise liegen zwischen 2.000 und 8.000 €, je nach Modell. Senji ist kein Einzelfall: Immer mehr Männer (und vereinzelt Frauen) gehen mit ihren Puppen spazieren, ins Kino oder in den Park.
Der Silikonpuppen-Experte Wu Xiangliang erklärt: „In China gibt es über 50 verschiedene Typen und Designs. Viele Kunden suchen nicht nur Sex, sondern echte Gesellschaft und emotionale Stabilität. Manche sehen ihre Puppe als Lebenspartnerin.“
Kasachstan: Yuri Tolochko und Margo – die öffentliche Hochzeit
Yuri Tolochko, ein kasachischer Bodybuilder, machte 2020 weltweit Schlagzeilen, als er seine Sexpuppe Margo in einer großen Zeremonie heiratete. Freunde und Familie waren dabei, es gab Blumen, Ringe und sogar eine Hochzeitstorte.
Die Beziehung begann 2018. Yuri dokumentiert seitdem ihr gemeinsames Leben auf Instagram (über 100.000 Follower) – von gemeinsamen Mahlzeiten über Spaziergänge bis hin zu Urlauben.
In Interviews sagt er: „Margo gibt mir emotionale Stabilität. Sie urteilt nicht, sie ist immer da. In einer Welt voller Stress und Ablehnung ist das für mich Gold wert.“
Für Yuri ist Margo nicht nur ein Objekt – sie ist seine Partnerin, seine Gefährtin, sein täglicher Halt.
Mehr über Yuris Geschichte gibt es hier: Vice-Artikel
Instagram: @yurii_tolochko
USA: Felicity Kadlec und Kelly Rossi – die Zombie-Hochzeit
Felicity Kadlec (20) heiratete 2022 ihre Zombie-Sexpuppe Kelly Rossi („37 Jahre alt“). Die Zeremonie fand in Tiverton, Rhode Island statt – mit acht weiteren Puppen als Gäste.
Felicity lebt heute mit Kelly in Oklahoma und plant sogar „Kinder“. Sie sagte gegenüber The Sun: „Wir erkunden alle Möglichkeiten. Ich würde das Kind austragen, mit Spendersamen. Wir haben ein liebevolles Zuhause – warum kein Kind darin großziehen?“
Für Felicity ist Kelly eine echte Partnerin – mit Gefühlen, Alltag und gemeinsamen Zukunftsplänen.
USA: Davecat und Sidore – seit über 20 Jahren zusammen
Davecat (bürgerlicher Name geheim) ist einer der bekanntesten „Puppen-Ehemänner“. Seit 2000 lebt er mit seiner RealDoll Sidore in einer festen Partnerschaft. Er nennt sie liebevoll „Shidore-chan“ und behandelt sie wie eine echte Frau.
In zahlreichen Interviews, TV-Auftritten und Dokumentationen erklärt er: „Sidore ist meine Lebenspartnerin. Sie urteilt nicht, sie ist immer da, sie gibt mir Halt. Ich brauche keine menschliche Beziehung mehr – das hier ist für mich perfekt.“
Davecat lebt seit Jahrzehnten glücklich mit Sidore – für ihn ist es eine der erfülltesten Beziehungen seines Lebens.
Brasilien: Rod und Karina – Alltag als Paar
Rod aus Brasilien heiratete 2021 seine Sexpuppe Karina. Er teilt regelmäßig Fotos und Videos ihres Alltags auf Social Media: gemeinsames Essen, Kuscheln auf der Couch, Ausflüge.
Rod sagt: „Karina gibt mir das Gefühl von Stabilität und Liebe. Nach Jahren der Einsamkeit habe ich endlich jemanden, der immer für mich da ist.“
Für ihn ist Karina keine Puppe – sie ist seine Frau.
Psychologische Perspektive
Psychologin Dr. Marianne Brandon (USA) erklärt:
„Diese Beziehungen entstehen oft aus tiefem Bedürfnis nach Kontrolle, Vorhersehbarkeit und Akzeptanz. In einer Welt voller Ablehnung und Unsicherheit bieten Puppen genau das: bedingungslose Nähe ohne Risiko.“
Für viele ist es eine Übergangsphase – wie bei Mike und Esteban aus früheren Berichten. Für andere (wie Davecat) wird es zur dauerhaften Lebensform.
Rechtliche & gesellschaftliche Realität
Ehen mit Sexpuppen sind weltweit nirgends rechtskräftig. Sie existieren im privaten, emotionalen Raum. Die öffentliche Reaktion reicht von Faszination über Mitgefühl bis hin zu Spott und Stigmatisierung.
Dennoch: Für die Betroffenen ist die Bindung real – und oft tiefer, als Außenstehende es verstehen können.
Fazit
Ob Senji mit Saori, Yuri mit Margo, Felicity mit Kelly, Davecat mit Sidore oder Rod mit Karina – diese Geschichten zeigen: Liebe und Partnerschaft können viele Formen annehmen.
Sexpuppen sind für manche Menschen mehr als Objekte – sie sind Gefährtinnen, Stützen, Spiegel, Brücken oder sogar Lebenspartnerinnen. Sie erfüllen Bedürfnisse nach Nähe, Akzeptanz und Geborgenheit – oft dort, wo menschliche Beziehungen gescheitert sind oder zu bedrohlich wirken.
In einer Zeit, in der Einsamkeit viele Menschen quält, sind diese Beziehungen ein Zeichen dafür, wie weit Menschen gehen, um nicht allein zu sein. Und vielleicht ist genau das der tiefste Kern aller Liebe: das Bedürfnis, gesehen, gehalten und angenommen zu werden – egal in welcher Form.









